Kölner Superblock-Initiativen: Was uns verbindet
In Köln gibt es mehrere Initiativen, die sich für die Einrichtung von Superveedeln in ihren Nachbarschaften einsetzen. Zum Beispiel im
Stadtgartenviertel, Agnesviertel oder Clouth-Quartier. Welche Grundsätze uns gemeinsam verbinden, lest Ihr hier.
Der öffentliche Raum in unseren Veedeln ist für uns alle da.
Wir fordern eine menschengerechte Verteilung des öffentlichen Raumes in unseren Veedeln.
Der öffentliche Raum ist der Platz vor unserer Haustür: Fußweg, Radweg, Straße, aber auch öffentliche Grünflächen und Parks. Eine „menschengerechte“ Verteilung ist uns wichtig, da große Teile dieser öffentlichen Flächen immer noch dem (motorisierten) Verkehr vorbehalten sind. Wir wollen die Flächen neu verteilen, damit auch Kinder und Ältere sowie Menschen, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit Gehhilfen unterwegs sind, sicher und selbstständig in unseren Veedeln unterwegs sein können.
Unsere Veedel brauchen mehr Platz für Grün.
Wir müssen Flächen entsiegeln, damit Straßenbäume und klimaresistente Pflanzen in unseren Veedeln wachsen können.
Unsere Veedel brauchen mehr Platz für Bäume, Pflanzen und Versickerung von Regenwasser. Dies verbessert die Lebensqualität der Menschen und verringert die negativen Auswirkung des Klimawandels wie Überhitzung, Trockenheit und Überschwemmungen . Insgesamt müssen wir innerstädtische Bereiche begrünen und entsiegeln, um die Biodiversität zu stärken, die Umwelt zu schützen und die Gesundheit der Bewohner*innen zu sichern.
Unsere Veedel brauchen mehr Platz für nachbarschaftliches Miteinander.
Wir wünschen uns Orte im öffentlichen Raum, an denen wir Nachbarschaft auch ohne Konsum erleben können.
Wir brauchen mehr Orte im öffentlichen Raum, an denen wir uns als Nachbarschaft begegnen und austauschen können. Diese Begegnungsräume sollen nicht nur örtliche Kneipen und Cafés sein, damit sich auch Menschen dort aufhalten können, ohne Geld dafür zu bezahlen. Durch konsumfreie Orte wird mehr Begegnung möglich und wir wirken zunehmender Anonymität und sozialer Einsamkeit entgegen. Mehr Austausch untereinander stärkt die Identifikation mit dem eigenen Veedel. So sorgen wir als Nachbarschaft gemeinsam dafür, dass wir gerne in unserem Veedel leben. Begegnungsräume müssen in der Nachbarschaft ausgehandelt werden, da sie nur mit einer breiten Zustimmung und Akzeptanz erfolgreich funktionieren. Begegnungsräume können dabei auch temporär entstehen (z. B. wenn wir Schulhöfen nachmittags öffnen oder mobile Stühle oder Bänke für die Nachbar*innen aufstellen).
Die Luft in unseren Veedel soll besser werden und der Verkehrslärm muss sich verringern.
Wir fordern, alternativen Mobilitätsformen auszubauen und den Durchgangsverkehr in unseren Veedeln zu reduzieren.
Wir sind überzeugt, dass wir den motorisierten Verkehr in unserer Stadt verringern müssen, um uns Menschen vor gesundheitsschädlichem Lärm und gefährlichen Abgasen zu schützen. Schon jetzt sind viele Menschen in Köln zu Fuß, mit der Bahn oder dem Rad unterwegs. Mehr Car- oder Bikesharing, mehr Fahrradabstellmöglichkeiten, breitere und sichere Rad- und Fußwege helfen Menschen, vom Auto auf andere Fortbewegungsmöglichkeiten umzusteigen. Maßnahmen wie Einbahnstraßen oder Durchfahrtssperren können es verhindern, dass Straßen im Veedel als Abkürzung genutzt werden und tragen zu einer Verringerung von motorisiertem Verkehr bei.
Superveedel können wir nur gemeinsam gestalten.
Wir fordern, dass sich alle Anwohner*innen in die Gestaltung eines Superveedels einbringen können und gemeinsam und demokratisch Entscheidungen über die Umgestaltung in unserem Veedel treffen.
Wenn wir den öffentlichen Räume in unseren Veedeln neu ordnen, betrifft uns das alle, deshalb müssen die verschiedenen Interessen einbezogen und gehört werden. Dazu gehören Gewerbetreibende, Handwerks- und Gastronomiebetriebe in unseren Veedeln, die wir als Anwohnende auch stärken möchten. Damit wir erleben und verstehen können, was es bedeutet, den öffentlichen Raum in unserem Veedel neu zu verteilen, brauchen wir temporäre „Reallabore“ und die Unterstützung von Expert*innen aus verschiedenen Bereichen. Unsere Bürgerinitiativen und Vereine können Orte sein, wo wir gemeinsam Veränderungen aushandeln. Dies funktioniert nur, wenn Politik und Stadtverwaltung diesen Prozess unterstützen. Als Superveedel-Initiativen helfen wir uns gegenseitig, vernetzen und engagieren uns auch über Köln hinaus.