Als Quartiersgeherin unterwegs
Ein Beitrag von Gisela Morgenweck-Marfels
Was für eine Wortschöpfung – „Quartiergeher*innen“! Da klingt das Motto des Projekts, ausgerufen vom bundesweit tätigen Fachverband FUSS e.V., doch viel freundlicher: „Besseres Klima in Kommunen geht gut“. Die Stadt Köln nimmt als Modellkommune daran teil; andere Teilnehmer sind Hannover, Luckenwalde und Nürtingen. Untersuchungsgebiet in Köln sind das Winzerveedel und das benachbarte Pantaleonsviertel.
Im Juli 2025 erfuhr ich über die Info-Schiene der IG Winzerveedel von der Suche nach Quartiersgeher*innen für unser Veedel. Da ich in meinem engeren Umfeld meist zu Fuß unterwegs bin, habe ich mich umgehend per Mail bei der Fußverkehrsbeauftragten der Stadt Köln beworben. Stichtag war der 1. August. Schon am 5. August hatte ich eine Antwort von Britta Buch im Postfach: „Ich freue mich sehr, Sie als ExpertInnen vor Ort bei unserem Modellprojekt dabei zu haben und bedanke mich im Namen der Stadt Köln schon jetzt für Ihre Teilnahme.“
25 ausgewählte Teilnehmer*innen
Weiter ging’s am 13. August mit einer Zoom-Konferenz. Eingewählt hatten sich mehr als 25 Teilnehmer, auserwählte Quartiersgeher*innen. Patrick Riskowsky, von FUSS e.V, Berlin, informierte uns mit einer Präsentation über das, was von uns erwünscht wurde: Mit unseren eigenen Beobachtungen in einem strukturierten Fragebogen festhalten, wie wir in unseren Straßen Klimaeinflüsse wie Hitze und Starkregen erleben und was aus unserer Sicht zur Verbesserung des Fußverkehrs und der Aufenthaltsqualität getan werden sollte.
Im Geiste bin ich unser Veedel schon mal vorab „abgelaufen“, bevor ich dann tatsächlich loszog. Der erste Rundgang war an einem Tag, an dem ich das Thema Hitze gleich mit abhandeln konnte. Ich habe versucht, möglichst repräsentative Standorte auszuwählen.
Davon erzählte ich einer Freundin, die am Rathenauplatz wohnt und bei FUSS e.V. engagiert ist. Zum Trost, dass sie leider keine Quartiersgeherin werden konnte, habe ich sie auf einen meiner Rundgänge mitgenommen. An meinen Beobachtungsstandorten habe ich meine Notizen mit ihren Eindrücken abgeglichen, und wir sind im Wesentlichen einig gewesen.
Eine junge Quartiersgeherin beim Beobachtungsgang durchs Winzerveedel
Trockener Beobachtungszeitraum
Schwierigkeiten bereitete mir die Aufgabe „Regen“, denn im Beobachtungszeitraum war es tendenziell warm bis heiß und trocken. Die ersten kräftigen Schauer Ende August sind nach meiner Beobachtung praktisch verdunstet. Die Pfützenbildung, auf die wir besonders achten sollten, war eher Fehlanzeige. Daher habe ich mich entschlossen, einen erklärenden Text in die Mail mit der Einsendung des ausgefüllten Fragebogens zu stellen: „Praktisch überall die gleichen quadratischen Betonplatten auf den Gehwegen, asphaltierte Fahrbahn, Pfützenbildung punktuell am Fahrbahnrand. Nicht versiegelt sind lediglich die Flächen der Allee im Zuge der Pfälzer Straße und Teile des Schulgeländes bzw. die Gehwegränder am Schulzaun.
Das alles verbunden mit dem dringenden Wunsch, mehr Bäume in unserem Veedel zu pflanzen!
Über Entwicklungen und Ergebnisse des Projekts halten wir Euch auf unserer Webseite auf dem Laufenden.
Diese Orte im Winzerveedel hat Gisela Morgenweck-Marfels unter anderem analysiert: